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Das Spanienkreuz

 

Zu den geschichtlichen Hintergründen des Spanischen Bürgerkrieges 1936 – 1939 verweise ich auf die Seiten der WIKIPEDIA Enzyklopädie und die diesbezügliche Ausarbeitung.

Deutschland entsandte eine Truppe zur Unterstützung des faschistischen Generals Franco bei dessen Kampf gegen die kommunistische Regierung. Hauptsächlich wurden Truppen der deutschen Luftwaffe und des deutschen Heeres entsandt. Die Truppe erhielt den Namen „Legion Condor“. Die deutschen Truppen hatten an dem Sieg Francos entscheidenden Anteil. Es standen wohl nie mehr als ca. 7.000 Mann bei der Legion Condor unter Waffen. Die Ablösung erfolgte im Halbjahresturnus. Die Gesamtzahl der in der Legion Condor eingesetzten Soldaten dürfte sich auf ca. 20.000 belaufen.

Nachdem der Spanische Bürgerkrieg am 02.04.1939 ein Ende fand, stiftete Adolf Hitler am 14.04.1939 das Spanienkreuz. Die Stiftung erfolgte laut Verordnung „zum sichtbaren Ausdruck meiner Anerkennung und meines Dankes für die Verdienste deutscher Freiwilliger an der Niederwerfung des Bolschewismus im spanischen Freiheitskampf.“

Das Spanienkreuz solle an alle Angehörige der Legion Condor verliehen werden. Neben den Angehörigen des Heeres und der Luftwaffe konnte das Spanienkreuz auch an die Besatzungen von Schiffen der deutschen Kriegsmarine verliehen werden, sofern diese in spanischen Gewässern an den folgenden Kampfhandlungen beteiligt waren: Fliegerangriff auf Ibiza, Beschießung von Almeria oder Bombenangriff auf Palma.

Die Stiftung des Spanienkreuzes erfolgte in drei Klassen, wobei es mit und ohne Schwerter verliehen werden konnte, und einer Sonderklasse. Mit Schwertern konnte es in Bronze, Silber und Gold sowie in der Sonderklasse Gold mit Brillianten verliehen werden. Ohne Schwerter konnte das Spanienkreuz in Bronze und Silber verliehen werden. Ohne Schwerter wurde es an

  1. Kurierflieger
  2. Wehrmachtsangehörige, die sich im dienstlichen Auftrag in Spanien bei der Legion Condor oder auf Schiffen der Kriegsmarine mindestens drei Monate in spanischen Gewässern aufgehalten haben, und an
  3. deutsche Zivil-Freiwillige der Legion Condor und der mit ihr in gleichem Auftrag tätigen amtlichen deutschen Stellen.

Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern erhielten alle Angehörigen der Luftwaffe und des Heeres innerhalb der Legion Condor, welche sich in Spanien im Einsatz befanden.

Das Spanienkreuz in Silber mit Schwertern erhielten die Teilnehmer, welche mit dem Feind in Berührung gekommen waren, gekämpft und gefochten haben.

Das Spanienkreuz in Gold mit Schwertern erhielten die Teilnehmer, welche sich durch Kühnheit, Mut und Tapferkeit hervorgetan hatten.

Die Sonderklasse in Gold mit Brillianten war denen vorbehalten, welche in ungewöhnlicher Art, beispielhaft hinausragend über alle anderen, Leistungen vollbracht hatten.

Weiterhin wurde am gleichen Tage das Ehrenkreuz für Hinterbliebene deutscher Spanienkämpfer gestiftet. Dieses wurde verliehen:

  1. post mortem an gefallene Freiwillige
  2. post mortem an in Gefangenschaft verstorbene Freiwillige
  3. an verschollene Freiwillige
  4. post mortem an im Einsatz tödlich Verunglückte und
  5. an Freiwillige, die an den Folgen von Verwundung, Unglücksfällen sowie an den durch besonderen Einsatz bedingten und als Kriegs-Dienstbeschädigung anerkannten Krankheiten verstorbene Freiwillige.

Trageberechtigt waren die Witwe, der älteste volljährige Sohn (danach die Tochter), der Vater (danach die Mutter) und der Bruder (danach die Schwester) der gefallenen oder verstorbenen Angehörigen der Legion Condor.

Spanische Listen, die jedoch unvollständig sein dürften, führen die Namen von 300 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften auf, welche im Spanischen Bürgerkrieg ihr Leben ließen.

Am 31.05.1939 fand ein Empfang der Angehörigen der Legion Condor durch Hermann Göring in Hamburg statt. Hier zeichnete Göring diejenigen aus, denen das Spanienkreuz in Gold mit Brillianten verliehen worden war. Mit Verleihungsdatum vom 06.06.1939 (Tag der angesetzten Parade in Berlin) erhielten es bereits an diesem Tag:

Hans-Detlev von Kessel, Oberleutnant

Martin Harlinghausen, Major

Karl-Heinz Wolff, Major

Wilhelm Balthasar, Oberleutnant

Otto Bertram, Oberleutnant

Wilhelm Enselen, Oberleutnant

Adolf Galland, Oberleutnant

Harro Harder, Hauptmann

Günther Lützow, Hauptmann

Werner Mölders, Hauptmann

Walter Oesau, Oberleutnant

Reinhard Seiler, Oberleutnant

Wolfgang Schellmann, Hauptmann

Joachim Schlichting, Hauptmann

Wilhelm Boddem, Leutnant

Eberhardt Kraft, Oberleutnant

Oskar Henrici, Leutnant

Heinz Runze, Leutnant (postum)

Max Graf Hoyos, Oberleutnant

Karl Mehnert, Oberstleutnant

Rudolf Freiherr von Moreau, Hauptmann (postum)

Wolfgang Neudörffer, Hauptmann

Bernhard Stärcke, Oberleutnant

Paul Fehlhaber, Leutnant

Wolfram Freiherr von Richthofen, Generalmajor

Hugo Sperrle, General der Flieger und

Helmut Volkmann, General der Flieger

Wilhelm Ritter von Thoma, Oberst

 

Das Spanienkreuz wurde in seinen übrigen Klassen wie folgt verliehen:

 

Spanienkreuz mit Schwertern

in Gold mit Brillianten               -          28

in Gold                                       -          1.126

in Silber                                      -          8.304

in Bronze                                    -          8.462

Spanienkreuz (ohne Schwerter)

            in Silber                                   -          327

            in Bronze                                 -          7.869

Ehrenkreuz für Hinterbliebene             -          315

 

Die Verleihungsvorschläge wurden vom Chef des OKW über den Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei dem Führer und Reichskanzler vorgelegt.

Über die Verleihung des Spanienkreuzes wurde eine Urkunde ausgestellt. Die Verleihungsurkunden waren einheitlich auf den Tag der Parade in Berlin, den 06.06.1939, datiert.

Das Spanienkreuz war zu allen Anzugsarten, zu welchen Orden getragen wurden, auf der Mitte der rechten Brustseite (unter dem Blutorden) zu tragen. Weitere Orden und Ehrenzeichen waren rechts daneben oder darunter zu tragen. Das Tragen an der Bandspange war, mit Ausnahme des Ehrenkreuzes für Hinterbliebene, nicht zulässig. Das Tragen einer Stoffausführung war nicht gestattet.

 Das Spanienkreuz mit Schwertern war wie folgt gestaltet:

Johanniterkreuz mit fein gekörnten Armen. Die breite und glatte Bordierung war poliert. Im Zentrum befindet sich ein Medaillon, ebenfalls mit fein gekörntem Grund. In dem Medaillon befindet sich ein auf der Spitze stehendes Hakenkreuz, welches von einer erhöhten doppelten Kreislinie umgeben ist. In den Winkeln der Kreuzarmen befinden sich Schwerter mit römischen Parierstangen. Diese kreuzen sich unter dem Medaillon. Die Schwertgriffe befinden sich unten; die Klingen weisen nach oben. Über den Schwertern befindet sich in jedem Kreuzwinkel das Hoheitsabzeichen der Luftwaffe mit poliertem Hakenkreuz. Die Rückseite ist glatt. Hier befindet sich ein senkrecht angebrachtes Nadelsystem. Je nach Klasse war das Spanienkreuz bronziert, versilbert oder vergoldet.

Das Spanienkreuz ohne Schwerter war identisch gestaltet, jedoch fehlten die Schwerter. Auch hier befand sich in jedem Kreuzwinkel das Hoheitsabzeichen der Luftwaffe mit poliertem Hakenkreuz.

Bei dem Spanienkreuz in Gold mit Brillianten sind zwischen den beiden Kreislinien des Medaillons, die das Hakenkreuz umranden, Brillianten eingefasst. Der Brilliantenkranz war mit zwei Hohlnieten aufgenietet. Rückseitig befand sich ein gewölbtes Gegenmedaillon.

Das Ehrenkreuz für Hinterbliebene war deutlich kleiner, jedoch identisch wie das Spanienkreuz in Bronze ohne Schwerter gestaltet. Die Rückseite war glatt. Statt einem Nadelsystem war im Einschnitt des oberen Kreuzarmes eine querstehende Öse mit einem Bandring angebracht.

 


(Quellen: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 von Kurt-G. Klietmann, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945 – Band IV von Jörg Nimmergut, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs von Dr. Heinrich Doehle, versch. Stiftungsverordnungen und Zusätze)

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