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Das Panzerkampf-Abzeichen

 

Bereits 1936 hatte die Inspektion der Panzertruppe des Heeres die Einführung eines Waffenabzeichens für die Angehörigen dieser Waffengattung gefordert. Mitte Oktober 1939 stellten die Generale der Panzertruppe, die kommandierenden Generale, die Panzer-Divisions- und Regiments-Kommandeure einen Antrag für die Einführung eines Panzerkampfwagen-Abzeichens.

So stiftete der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, am 20.12.1939 das Panzerkampfwagenabzeichen in Silber. 1940 wurde dieses in Panzerkampfabzeichen umbenannt.

Mit dem Panzerkampfabzeichen in Silber konnten alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Panzereinheiten ausgezeichnet werden, wenn sie sich ab dem 01.01.1940 als Panzerkampfwagen- oder Panzerbefehlswagenführer, als Panzerschütze, als Panzerfahrer oder als Panzerfunker

  1. bei mindestens dreimonatigem Einsatz im Gefecht
  2. an 3 verschiedenen Tagen bewährte hatten, wobei
  3. sie sich aktiv am Kampf beteiligt hatten.

Gleiches galt für Angehörige der Panzer-Nachrichtenabteilungen.

Das Panzerkampfabzeichen in Silber konnte auch an Angehörige der Sanitätstruppe verliehen werden, wenn sie sich, im Panzer mitfahrend, bei mindestens dreimaligem Einsatz im Gefecht an drei verschiedenen Tagen bei der Versorgung oder Bergung von Verwundeten bewährt hatten und sich die Panzerbesatzung aktiv am Kampf beteiligt hatte.

Auch Kradmelder der Panzereinheiten konnten mit dem Panzerkampfabzeichen in Silber ausgezeichnet werden, wenn sie sich an drei verschiedenen Kampftagen bewährt hatten, indem sie in vorderster Linie unter Einwirkung feindlicher Waffen zwischen den Panzern mitfuhren.

Sinngleich zu diesen Bestimmungen konnte das Panzerkampfabzeichen in Silber auch an Angehörige der Instandsetzungstrupps verliehen werden, wenn diese an drei verschiedenen Tagen in der vordersten Linie beschädigte Panzer instand setzten.

Die Verleihungsbefugnis oblag den Kommandeuren der Panzerdivisionen. Es wurde ein Besitzzeugnis ausgestellt und die Verleihung in die Personalpapiere eingetragen.

Träger des Panzerkampfwagen-Abzeichens von 1921 konnten das Panzerkampfabzeichen nicht automatisch erhalten. Auch sie mussten die v.g. Bedingungen erfüllen.

 

Analog zum Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze stiftete Generaloberst von Brauchitsch am 01.06.1940 auch das Panzerkampfabzeichen in Bronze.

Das Panzerkampfabzeichen in Bronze konnte am dem 01.06.1940 an Angehörige der Panzergrenadier-Regimenter, der Kradschützen-Bataillone und der Panzerspäheinheiten verliehen werden, sofern diese Panzer-Divisionen unterstellt waren und sie die Verleihungsbedingungen des Panzerkampfabzeichens erfüllten.

 

Am 22.06.1943 genehmigte Adolf Hitler die Einführung höherer Stufen des Panzerkampfabzeichens. Diese wurden, wie das Allgemeine Sturmabzeichen, in den Stufen II. – IV. mit den Einsatzzahlen „25“, „50, „75“ und „100“ eingeführt.

Die II. Stufe mit der Einsatzzahl „25“ konnte nach 25 anrechnungsfähigen Einsätzen,

die III. Stufe mit der Einsatzzahl „50“ konnte nach 50 anrechnungsfähigen Einsätzen,

die IV. Stufe mit der Einsatzzahl „75“ konnte nach 75 anrechnungsfähigen Einsätzen und

die IV. Stufe mit der Einsatzzahl „100“ konnte nach 100 anrechnungsfähigen Einsätzen

verliehen werden. Einsätze waren ab dem 01.07.1943 anrechnungsfähig. War zuvor bereits die I. Stufe des Panzerkampfabzeichens verliehen, so wurden hierfür ohne weitere Nachprüfung 3 Einsätze angerechnet. Ob die Stufen in Silber oder Bronze verliehen wurde, hing von den v.g. Zugehörigkeitskriterien ab. Jeder Soldat hatte im Soldat eine Liste der anrechnungsfähigen Einsatztage mitzuführen.

Um bewährte alte Frontkämpfer zu würdigen, wurde – identisch wie bei dem Sturmabzeichen (allgemein) – ein ununterbrochener Einsatz nach dem 22.06.1941 im Osten oder in Afrika von 15 Monaten mit bis zu 25 Einsatztagen, von 12 Monaten mit bis zu 15 und von 8 Monaten mit bis zu 10 Einsatztagen angerechnet. Eine Unterbrechung dieser Zeiträume durch Verwundung, Abkommandierung oder Urlaub war kein Anrechnungshindernis, wenn diese den jeweiligen Zeitraum nicht um ¼ überstieg. Ebenfalls galt hier die Regelung, dass im Falle einer schwerwiegenden Verwundung, die den Erwerb einer höheren Stufe verhindert, die nächst höhere Stufe verliehen werden kann. Für den Erwerb der II. Stufe mussten mindestens 18 Einsatztage, für den Erwerb der III. Stufe mindestens  35 Einsatztage und für den Erwerb der IV. Stufe mussten mindesten 60 Einsatztage vorliegen.

Nach der Verleihung einer höheren Stufe, war die niedrigere Stufe abzulegen. Sie war jedoch nicht rückgabepflichtig und verblieb zur Erinnerung bei dem Beliehenen

An Angehörige der Sturmgeschützeinheiten, der Sturmpanzereinheiten und Panzerjägereinheiten der Panzerjägerabteilungen wurde das Allgemeine Sturmabzeichen verliehen. Von dieser Regelung wurden mit Verfügung des O.K.H. Angehörige von Panzerverbänden ausgenommen, welche mit dem Jagdpanzer 38, Panzer IV, Jagdpanther, Jagdtiger oder mit den Sturmgeschützen III und IV ausgerüstet waren. Diese erhielten das Panzerkampfabzeichen in Silber.

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Neun Tage nach der Stiftung, am 29.12.1939 wurde das Panzerkampfabzeichen in Silber erstmals veröffentlicht und vorgestellt.

 

Nach dem Krieg tauchten im Handel Panzerkampfabzeichen mit der Einsatzzahl „200“ auf. So wurde auch von der Firma Steinhauer & Lück, Lüdenscheid, in den 70er Jahren ein Panzerkampfabzeichen mit der Einsatzzahl „200“ in der Form vom Ordensgesetz von 1957 zum Kauf angeboten. Dass zeitgenössische Originale hiervon existieren ist nicht bekannt. Hochrangige Offiziere der Panzertruppe sind solche Exemplare nie bekannt geworden. Auch lässt sich in der Literatur kein Hinweis auf entsprechende Exemplare finden.

 

Das Panzerkampfabzeichen (I. Stufe) ist wie folgt gestaltet:

Durchbrochen und massiv, halbhohl oder hohl geprägt. Ein hochovaler Eichenlaubkranz aus 10 Blättern mit Randeinfassung, welcher unten mit einer Manschette verbunden ist. Oben wird der Kranz durch einen nach rechts blickenden Wehrmachtsadler mit gesenkten Flügeln und einem auf der Spitze stehendem Hakenkreuz in den Fängen getrennt. Im Zentrum befindet sich ein nach rechts aus dem Kranz herausfahrender Panzer (stilisiert aus den Panzern III und IV) auf Wiesenuntergrund. Rückseitig befindet sich eine senkrechte Nadel. In der Silberstufe ist das Abzeichen versilbert; in der Bronzestufe bronziert. Stoffausführung sind bekannt; waren jedoch nicht amtlich.

Das Panzerkampfabzeichen in der II. und III. Stufe (Einsatzzahlen „25“ und „50“) weichen von Gestaltung wie folgt ab:

Der Eichenlaubkranz samt Randeinfassung ist versilbert bzw. bronziert. Der Panzer im Zentrum ist dunkelgrau getönt und auf den Kranz aufgenietet. Der Eichenlaubkranz besteht aus 12 Blättern. Pro Blatt sind paarweise zwei Eicheln aufgelegt. Am unteren Abschluss des Eichenlaubkranzes ist statt der Manschette ein Schildchen mit der jeweiligen Einsatzzahl aufgelegt. Der Panzer fährt nicht auf Wiesengrund sondern auf einem Knüppeldamm. Adler und Panzer sind deutlich größer gestaltet.

Das Panzerkampfabzeichen in IV. Stufe (Einsatzzahlen „75“ und „100“) sind wiederum wie folgt gestaltet:

Der Eichenlaubkranz besteht aus 10 breiteren Blättern ohne Eicheln und ohne Randeinfassung. Die unteren beiden Eichenlaubblätter sind deutlich waagerecht gestaltet. Unten befindet sich bei den Stufen II. und III. das Schildchen mit der jeweiligen Einsatzzahl. Der Panzer fährt weder auf Wiesengrund noch auf einem Knüppeldamm. Der Eichenlaubkranz ist bei der dem Panzerkampfabzeichen in Silber vorder- und rückseitig vergoldet. Der Panzer im Zentrum ist versilbert. Bei dem Panzerkampfabzeichen in Bronze ist der Panzer im Zentrum bronziert. 

(Quellen: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 von Kurt-G. Klietmann, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945 – Band IV von Jörg Nimmergut, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs von Dr. Heinrich Doehle)

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