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Das Ehrenkreuz des Weltkriegs 1914/1918

Mit Verordnung vom 13.07.1934 stiftete der Reichspräsident Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zur Erinnerung an die unvergänglichen Leistungen des deutschen Volkes im Weltkrieg 1914 – 1918 ein Ehrenkreuz für alle Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebene.

Das Ehrenkreuz wurde in drei Formen gestiftet:

- für Frontkämpfer

- für andere Kriegsteilnehmer und

- für Witwen und Eltern gefallener, verschollener oder an den Folgen von Verwundung oder in der Kriegsgefangenschaft gestorbener Kriegsteilnehmer.

Kriegsteilnehmer in diesem Sinne waren alle Reichsdeutsche, die in dem Zeitraum vom 01.08.1914 bis zum 31.12.1918 auf deutscher Seite oder auf der Seite der Verbündeten Kriegsdienst geleistet hatten, d.h. jeder, der im Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen worden war. Auch das Personal des freiwilligen Motorbootkorps, des freiwilligen Automobilkorps und der freiwilligen Krankenpflege zählte hierzu, soweit der Einsatz zumindest zeitweise im Kriegsgebiet stattfand.

Als Frontkämpfer hingegen galt jeder Reichsdeutsche, der innerhalb des v.g. Zeitraums bei der kämpfenden Truppe an einem Gefecht, einem Stellungskampf, einer Schlacht oder an einer Belagerung teilgenommen hatte. Hierfür waren die Einträge in die Kriegsstammrolle oder die Kriegsrangliste ausschlaggebend. Besatzungsangehörige und Soldaten von Kriegsschiffen und Hilfskriegsschiffen galten dann als Frontkämpfer, wenn ihr Schiff die Kriegsflagge führte und sie an kriegerischen Unternehmungen und sonstigen Kriegstätigkeiten, wie z.B. Minensuche und –räumung und Begleitdienst von U-Booten in Minengebieten teilnahmen.

Reichsdeutsche in diesem Sinne waren auch die Kriegsteilnehmer, die aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages ihre Reichsangehörigkeit verloren hatten. Hitler und die Nationalsozialisten versuchten zunächst zu verhindern, dass das Ehrenkreuz auch an Juden ausgehändigt wurde. Hindenburg setzte sich jedoch durch und ließ keine Ausnahmen zu.

Als Witwen wurden die Frauen anerkannt, deren Ehen vor dem 31.12.1918 (einschließlich) geschlossen wurden, auch wenn sie bereits wiederverheiratet waren. Zu den Eltern zählten auch Stief- und Adoptiveltern. Alle durch unmittelbare oder mittelbare Einwirkung von Kampfmitteln entstandenen äußeren und inneren Verletzungen galten im Sinne der Verordnung als Verwundung. Von den Eltern war zunächst der Vater trageberechtigt. Im Falle seines Todes durfte das Ehrenkreuz von der Mutter getragen werden.

Die Form des Ehrenkreuzes ist an die Rückseite der Kriegsdenkmünze 1870/71 angelehnt. Das am 06.07.1934 vorgelegte Muster stammte von dem Ordens-Juwelier Eugene Godet in Berlin. Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer  trägt einen Lorbeerkranz und zwei Schwerter. Das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer trägt stattdessen über einen Eichenlaubkranz und verfügt über keine Schwerter. Beide Kreuze sind bronzefarben und werden an einem schwarzen, zweimal weiß und in der Mitte rot durchzogenem Band getragen. Das Ehrenkreuz für Hinterbliebene gleicht dem für Kriegsteilnehmer, ist jedoch schwarz. Es wird an einem weißen, zweimal schwarz und in der Mitte rot durchzogenem Band getragen. Auch konnte es als Miniatur oder als Knopflochschleife getragen werden. Verliehen wurde das Ehrenkreuz für Frontkämpfer in einer blauen, für Kriegsteilnehmer in einer grauen und für Witwen und Hinterbliebene in einer weißen Verleihungstüte. Privat konnten Etuis mit der Widmung „Treue um Treue“ und der Fasimilie-Unterschrift von Hindenburg angeschafft werden. Für Frontkämpfer war dieses Etui in rotem und für Kriegsteilnehmer in schwarzem Lederimitat.

1934 wurde durch Adolf Hitler angeordnet, dass das Ehrenkreuz für Frontkämpfer an allen Standarten und Fahnen des Alten Heeres und der Alten Marine anzubringen seien. Die feierliche Übergabe fand für das Alte Heer am 17.03.1935, dem Heldengedenktag, statt. Die Flaggen der Alten Marine wurden am Skagerrak-Tag ausgezeichnet.

Im Ausland war die zuständige deutsche Auslandsbehörde für die Verleihung zuständig. Im Saargebiet regelten die Regierung der Pfalz in Speyer und der Regierungspräsident in Trier die Verleihungen. Im restlichen Reichsgebiet waren in Städten mit Polizeibehörden der Polizeipräsident oder der Polizeidirektor die Verleihungsbehörde. In sonstigen kreisfreien Städten hingen der Bürgermeister und in Kreisen der Landrat. Für Kriegsteilnehmer und Frontkämpfer, die bereits wieder der neuen Wehrmacht angehörten, waren der Reichswehrminister und die von ihm beauftragten Dienststellen für die Verleihung zuständig.

Die Frist für die Eingabe der Verleihungsanträge wurde am 18.08.1934 auf den 31.03.1935 bestimmt. Am 22.03.1935 wurde die Frist für das Saarland bis zum 30.06.1935 verlängert.

In einer weiteren Durchführungsverordnung vom 04.02.1935 wurde der Kreis der Verleihungsberechtigten um Nicht-Reichsdeutsche und Staatenlose erweitert, welche im Weltkrieg als Angehörige der deutschen Wehrmacht Kriegsdienst geleistet hatten. Das Ehrenkreuz konnte hiernach nicht an Personen verliehen werden, denen die Reichsangehörigkeit aberkannt worden war oder deren Einbürgerung widerrufen wurde.

Ab 1938 konnte das Ehrenkreuz auch an österreichische und sudetendeutsche Kriegsteilnehmer verliehen werden. Die Anträge hatten zwischen dem 01.04. und dem 30.09.1939 zu erfolgen. 1939 wurden auch memelländische Kriegsteilnehmer mit einbezogen. Die Verleihungen an die ehemaligen österreichischen, sudetendeutschen und memelländischen Kriegsteilnehmer wurden bis zum 31.08.1940 abgeschlossen.

Die allgemeinen Verleihungen waren bis zum September 1943 abgeschlossen.

Das Ehrenkreuz wurde in seinen Formen millionenfach verliehen. Schätzungen gehen bis zu 10 Millionen produzierten Stücken, darunter auch Zweitstücke, Museums- und Ausstellungsstücke. Dr. Heinrich Doehle gibt 1944 für das Frontkämpferehrenkreuz 6.202.883 Verleihungen an (bis zum 15.11.1936), wobei hier laut Nimmergut die Wehrmacht, das Saarland sowie das Ausland nicht mit eingerechnet sind und zu diesem Zeitpunkt noch über 34 Tausend Anträge unbearbeitet waren. Für das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer kommt Herr Dr. Doehle auf eine Zahl von 1.120.449 und für das Ehrenkreuz für Hinterbliebene auf eine Zahl von 718.082 Verleihungen.

Aufgrund der hohen Stückzahl war eine Vielzahl von Firmen mit der Herstellung beauftragt, so dass es in Material und Abmessung zu Abweichungen kommen kann.

 

(Quellen: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945 – Band IV von Jörg Nimmergut, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs von Dr. Heinrich Doehle)

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