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Ehrenblatt und Ehrenblattspange des Deutschen Heeres

Am 27.04.1940 wurde durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, eine besondere Auszeichnung für Verdienste vor dem Feinde geschaffen: Die Namensnennung im Wehrmachtbericht. In der Verfügung vom gleichen Tag heißt es, dass in Zukunft im Zusammenhang mit Kampfhandlungen die Namen von Soldaten genannt werden sollen, die sich im Kampfe in außergewöhnlicher Weise hervorgetan haben. Darin sei eine ganz besondere Auszeichnung zu erblicken. Es würden daher auch nur Taten in Betracht kommen, die sich so aus den übrigen hervorheben, dass ihre öffentliche Erwähnung vor dem Deutschen Volke gerechtfertigt sei. Die kommandierenden Generäle hatten zu beurteilen, ob die Tat diesen hohen Forderungen entspricht, wobei in ruhigen Zeiten mit einem anderen Maßstab gemessen werden müsse, als in Zeiten entscheidender Kampfhandlungen.

Im weiteren Verlauf wurde im Sommer 1941 das Ehrenblatt des Deutschen Heeres geschaffen, in dem Heeres- und Waffen-SS-Angehörige namentlich mit Dienstgrad und Truppenteil aufgeführt wurden. Erstmalig wurde dieses Ehrenblatt am 22.01.1941 im Heeres-Verordnungsblatt veröffentlicht, wobei 27 namentliche Nennungen stattfanden. Es sind Veröffentlichungen des Ehrenblatts bis zum 15.02.1945 bekannt. Tapferkeitstaten, die nicht zur Verleihung des Ritterkreuzes führen konnten, wurden vom Oberbefehlshaber des Heeres mit einer besonderen Anerkennungsurkunde gewürdigt. Diese konnte mit einer Nennung im Ehrenblatt verbunden sein. Ein sichtbares Zeichen dieser hohen Auszeichnung existierte zunächst nicht, was bei den Frontsoldaten zu Unzufriedenheit führte. Am 20.06.1943 wurde die Truppe durch den Chef des Heerespersonalamtes dazu aufgefordert, entsprechende Vorschläge zur Kenntlichmachung der Nennung im Ehrenblatt einzureichen. Ob die endgültige Gestaltung der Ehrenblattspange auf einem dieser eingereichten Vorschläge beruht, ist nicht bekannt.

Am 30.01.1944 wurde diese namentliche Nennung im Ehrenblatt des Deutschen Heeres durch Adolf Hitler mit einer tragbaren Auszeichnung, der Ehrenblattspange des Deutschen Heeres, verbunden. Da man Verwechslungen und Abwertungen des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, des Deutschen Kreuzes in Gold und des Ritterkreuzes vermeiden wollte, wurde diese Auszeichnung als Bandauflage für das Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse geschaffen, welches im zweiten Knopfloch getragen wurde.

Das Abzeichen bestand aus einem vergoldeten massiven Hakenkreuz mit Zierlinien im ebenfalls vergoldeten hohlgeprägten Eichenlaubkranz, unten mit einer Schleife mit abfliegenden Bändern. Das Abzeichen wurde mittels 4 Splinten auf dem Band befestigt. Als Hersteller der Ehrenblattspange des Heeres sind die Fa. Otto Klein, Hanau und C.E. Juncker, Berlin bekannt.

Bei der Verleihung wurde vorausgesetzt, dass der zu Beleihende bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes beider Klassen war. Bei einer Verleihung an Unteroffiziere und Mannschaften war diese mit der gleichzeitigen Beförderung zum nächst höheren Dienstgrad verbunden. Soldaten, welche lediglich im Wehrmachtsbericht genannt wurden oder die Anerkennungsurkunde des Führers erhielten, ohne auch im Ehrenblatt genannt worden zu sein, diese Ehrenblattspange nicht erhalten sollten.

War der Beliehene bereits Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 und der Wiederholungsspange von 1939, so war dieses abzulegen. Ein gleichzeitiges Tragen des schwarz-weißen Bandes mit dem schwarz-weiß-roten Band des Eisernen Kreuzes von 1939 mit der Ehrenblattspange war nicht zulässig. Die Ehrenblattspange konnte nicht an der kleinen oder großen Ordenspange getragen werden.

Es sind 4.547 Verleihungen der Ehrenblattspange des Heeres bekannt, worauf 165 an die Waffen-SS fielen. Es ist eine Verleihung an einen Ausländer, Major Jaroslaw Kottulinsky (russ. Kos.Art.Abt. (DON) II/55), bekannt sowie 13 Verleihungen an ausländische Freiwillige innerhalb der Waffen-SS.

 

Ehrenblatt und Ehrenblattspange der Deutschen Luftwaffe

Bereits im April 1938 wurde durch Hermann Göring das Goldene Buch der Flieger gestiftet. Hierin wurden Angehörige der Luftwaffe namentlich genannt, die sich seit Bestehen der Luftwaffe in Ausübung des Flugdienstes durch kühne, unerschrockene Taten ausgezeichnet hatten. Die ersten neun Eintragungen wurden am 20.04.1938 im Luftwaffen-Verordnungsblatt veröffentlicht. Auch während des Krieges wurden weitere Eintragungen vorgenommen. Insgesamt wurden 35 Namen in das Goldene Buch der Flieger eingetragen, welches in der Ehrenhalle des Reichs-Luftfahrt-Ministeriums in Berlin ausgestellt war.

Am 26.08.1941 wurde durch Reichsmarschall Hermann Göring die Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe geschaffen. Angehörige der Luftwaffe, denen das Bild des Herrn Reichsmarschall im Silberrahmen , der Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg oder die Ehrenschale für hervorragende Kampfleistungen verliehen worden war, sollten ab dem 01.09.1941 in diese Ehrenliste aufgenommen werden. Diese Liste wurde regelmäßig im Luftwaffen-Verordnungsblatt veröffentlicht. Am 10.12.1944 wurde Verleihung dieser Auszeichnungen sowie die darauf gründende Aufnahme in die Ehrenliste eingestellt.

Am 05.07.1944 wurde durch Hermann Göring, analog zum Ehrenblatt des Deutschen Heeres, das Ehrenblatt der Deutschen Luftwaffe gestiftet. In der Verordnung heißt es, dass mit sofortiger Wirkung die Soldaten der deutschen Luftwaffe in dem Ehrenblatt der Deutschen Luftwaffe namentlich genannte werden sollen, welche sich vor dem Feinde durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet haben. In den Durchführungsbestimmungen vom gleichen Tage heißt es, dass die Aufnahme in das Ehrenblatt als Anerkennung dienen solle, für einzelne besondere Waffentaten oder mehrfache Tapferkeitstaten nach Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, welche noch nicht mit einer höheren Auszeichnung (Deutsches Kreuz in Gold oder Ritterkreuz) gewürdigt werden könnten. Durch Verfügung vom 28.01.1945 wurden die Durchführungsbestimmungen dahingehend geändert, dass die Nennung im Ehrenblatt der Deutschen Luftwaffe für eine einmalige außergewöhnliche Tapferkeitstat erfolgen kann. Voraussetzung für die Nennung war, dass der Vorzuschlagende bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes 1. Klasse war und eine neue außergewöhnliche Tapferkeitstat vollbracht hatte. Es konnten auch solche Soldaten mit der Nennung im Ehrenblatt gewürdigt werden, welche bereits Inhaber des Ehrenpokals, der Ehrenschale, des Deutschen Kreuzes in Gold oder höherer Auszeichnungen waren, soweit eine weitere außergewöhnliche Tapferkeitstat vorlag.

Am 05.07.1977 stiftete Reichmarschall Göring als sichtbares Zeichen der Nennung im Ehrenblatt die Ehrenblatt-Spange der deutschen Luftwaffe. Die Tragevorschriften waren mit denen des Heeres identisch.

Das Abzeichen bestand, wie bei der Ehrenblattspange des Heeres, aus einem vergoldeten hohlgeprägten Eichenlaubkranz. Statt unten mit einer Schleife, war dieses unten gebunden. Das eingefasste Hakenkreuz wurde durch den (vergoldeten) Luftwaffenadler mit Hakenkreuz in den Fängen ersetzt. Auch hier sind die Hersteller Fa. Klein, Hanau und C.E. Juncker, Berlin bekannt.

Verleihungszahlen liegen nicht vor.

 

Ehrentafel und Ehrentafel-Spange der Deutschen Kriegsmarine

Am 23.02.1943 gab das Marine-Personal-Amt bekannt, der der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, ähnlich wie bereits beim Heer und der Luftwaffe, die Einführung der Ehrentafel der Deutschen Kriegsmarine befohlen habe. Diese wurde in dem Marine-Verordnungsblatt fortlaufend veröffentlicht. Laut den Bestimmungen wurden die Angehörigen der Kriegsmarine in die Ehrentafel aufgenommen, welche mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz wurden, welche mit dem Deutschen Kreuz in Gold beliehen wurden und Soldaten, die nach Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse eine einmalige besondere Tapferkeitstat vollbracht hatten, welche jedoch nicht zur Verleihung der vorgenannten Auszeichnungen führen konnte. Es wurde bestimmt, dass sich die Tapferkeitstat des Vorgeschlagenen in ganz besonderem Maße von jeder durchschnittlichen Leistung abheben musste.

Analog zum Heer wurde auch bei der Kriegsmarine am 13.05.1944 durch Großadmiral Dönitz die Ehrentafel-Spange der Kriegsmarine gestiftet.  Diese äußerliche Kennzeichnung sollten die in der Ehrentafel genannten Soldaten erhalten, die nicht Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes oder des Deutschen Kreuzes in Gold waren. Die Tragevorschriften wurden von dem Heer unverändert übernommen.

Das Abzeichen bestand aus einem umlaufenden hohlgeprägten Eichenlaubkranz. In diesem befand sich ein klarer Anker, welcher von einem Hakenkreuz überlagert war. Auch dieses Abzeichen war vergoldet.

Jörg Nimmergut gibt 37 Verleihungen an, während Gericke 29 Verleihungen und Hormann geschätzte 30-35 Verleihungen angibt.

 

Alle in den Ehrenblättern genannten Soldaten erhielten durch den entsprechenden Oberbefehlshaber eine Anerkennungsurkunde.

 

(Quellen: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 von Kurt-G. Klietmann, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945 – Band IV von Jörg Nimmergut, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs von Dr. Heinrich Doehle)

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