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Der Kriegsorden des Deutschen Kreuzes

Bei längerer Dauer des Krieges und der immer härter werdenden Kämpfe an den Fronten kam es häufig zu Situationen in denen ein „Auszeichnungsmangel“ herrschte. Insbesondere bei Soldaten, die bereits mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet waren und weiterhin wiederholt ihre Tapferkeit vor dem Feinde bewiesen hatten, ohne dass eine dieser Taten die Verleihungsvoraussetzungen des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes erfüllte. Um auch diese, sich ständig bewährenden Soldaten besonders auszuzeichnen, wurde durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht am 28.09.1941 der Kriegsorden des Deutschen Kreuzes gestiftet.

Das Deutsche Kreuz wurde in zwei Abteilungen, nämlich in Gold und Silber, gestiftet. In der Stiftungsverordnung heißt es, dass das Deutsche Kreuz in Gold für vielfach bewiesene außergewöhnliche Tapferkeitstaten oder für vielfache hervorragende Verdienste in der Truppenführung verliehen wird.  Die Verleihungsvoraussetzungen knüpfen somit, ergänzt durch den Zusatz „vielfach“, direkt an denen des Eisernen Kreuzes an. Weiterhin heißt es in der Stiftungsverordnung, dass das Deutsche Kreuz in Silber für vielfache außergewöhnliche Verdienste in der militärischen Kriegsführung verliehen wird, was wiederum an die Bedingungen des Kriegsverdienstkreuzes anknüpft.

So heißt es dann auch in den Durchführungsbestimmungen, dass das Deutsche Kreuz in Gold an die Angehörigen der Wehrmacht verliehen werden soll, welche nach der Verleihung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse von 1939 bzw. der Spange zum Eisernen Kreuz Erster Klasse von 1914 eine Reihe von besonderen Tapferkeitstaten bzw. vielfach hervorragende Verdienste in der Truppenführung vollbracht hatten, von welchen jedoch keine zur Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes hat führen können. Das Deutsche Kreuz in Silber hingegen sollte an die Angehörigen der Wehrmacht verliehen werden, welche nach der Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes Erster Klasse von 1939 vielfache Verdienste in der militärischen Kriegsführung erworben hatten.

Das Verleihungskriterium „vielfach bewiesene Verdienste in der Truppenführung“ für das Deutsche Kreuz in Gold wurde durch Adolf Hitler durch Erlass von Generalfeldmarschall Keitel vom 10.03.1945 gesperrt. Es durften sodann nur noch Verleihungen für persönliche Tapferkeitstaten erfolgen.

Grundsätzlich sollte sich die Erfüllung der Verleihungskriterien auf das Jahr 1941 (ff.) beziehen. Tapferkeitstaten in den vorher gegangenen zwei Kriegsjahren konnten somit nicht angerechnet werden. Hierbei konnte jedoch bei Soldaten abgewichen werden, welche bereits zur Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes vorgeschlagen waren, welche jedoch abgelehnt wurde, sowie bei Soldaten, für die aufgrund einer schweren Verwundung oder Erkrankung eine weitere Kriegsverwendung unmöglich war. Ähnlich wie beim Eisernen Kreuz waren auf Befehl Hitlers bei der Verleihung des Deutschen Kreuzes enge Maßstäbe, unabhängig von Dienstgrad oder Dienststellung, anzulegen. Eine Verleihung des Deutschen Kreuzes nur aufgrund eines langen Vorbesitzes des Eisernen Kreuzes 1. Klasse bzw. des Kriegsverdienstkreuzes 1. Klasse, war nicht zulässig.

Das Deutsche Kreuz in Gold war keine Voraussetzung für die spätere Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, was so auch ausdrücklich aus den Bestimmungen hervorgeht. Diese oft verbreitete Annahme gründet wohl auf den Forderungen der einzelnen Wehrmachtsteile zur Schaffung eines „Zwischenordens“ zwischen Eisernem Kreuz 1. Klasse und Ritterkreuz. Viele Soldaten konnten aufgrund der engen Maßstäbe des Ritterkreuzes keinen höheren Orden als das Eiserne Kreuz 1. Klasse mehr erwerben. Um Leistungen dieser Soldaten dennoch Rechnung zu tragen, wurde diese Forderung vorgebracht. Das Deutsche Kreuz in Gold ist jedoch keinesfalls die Erfüllung dieser Forderung. Auch nach Erhalt des Ritterkreuzes konnte das Deutsche Kreuz erworben werden. Das Deutsche Kreuz in Silber stellte hingegen sehr wohl eine derartige Zwischenstufe bzw. Voraussetzung zur Verleihung des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes dar.

Als Faustregel für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold galten für Offiziere 8 Taten sowie bei Unteroffizieren und Mannschaften 6 Taten, welche jede für sich einzeln gesehen zur Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse geführt hätten.

Zur Verleihung befugt waren im Namen des Oberbefehlshabers der Deutschen Wehrmacht die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile und der Chef des O.K.W., jeweils innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs. Ausnahmsweise konnte die Befugnis „nach unten“ delegiert werden. Zum verleihungsberechtigten Kreis gehörten zunächst alle Angehörigen des Heeres, der Kriegsmarine, der Luftwaffe sowie der Waffen-SS. Am 16.10.1942 wurden auch Angehörige der befreundeten oder verbündeten Länder und ihrer Streitkräfte in diesen Kreis mit einbezogen, wobei dies jedoch auf Ausnahmen beschränkt bleiben sollte. Die meisten Verleihungen an Ausländer erfolgten wohl innerhalb der Waffen-SS

Am 03.05.1944 gab Heinrich Himmler (Reichsführer-SS) bekannt, dass durch Adolf Hitler die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber aus Rücksicht auf die kämpfende Truppe zunächst gestoppt worden sei. Jedoch bereits ein Monat später erfolgten erneut Verleihungen an Angehörige des Stabes von Albert Speer.

Die ersten Verleihungen des Deutschen Kreuzes in Gold erfolgten am 18.10.1941 an 38 Angehörige des Heeres. Als erster Soldat erhielt Oberst Paul Seyffardt als Kommandeur des Infanterie-Regiments 111 (35. Infanterie-Division) das Deutsche Kreuz in Gold.

Das Deutsche Kreuz war ein Steckorden, welcher an der rechten Brustseite der Uniform, in gleicher Höhe mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse auf der linken Seite, getragen wurde. Abweichungen sind jedoch auch bekannt. War der Beliehene auch Träger des Spanienkreuzes, so wurde dieses unter dem Deutschen Kreuz getragen. Der Beliehene erhielt über die Verleihung eine große Urkunde sowie ein Besitzzeugnis, welches ihn als zum Tragen berechtigt auswies. Die Urkunde wurde jedoch selten ausgestellt.  Nach dem Tod des Beliehenen war der Orden nicht rückgabepflichtig; er verblieb zum Andenken bei den Angehörigen.

Auch nach bereits erfolgter Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber konnte ab dem 30.01.1943 an den Soldaten nach Erfüllung der Verleihungsvoraussetzungen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen werden. In diesem Fall durfte nur das Deutsche Kreuz in Gold getragen werden (siehe auch Bestimmungen zum Kriegsverdienstkreuz). Das Deutsche Kreuz in Silber verblieb zur Erinnerung bei dem Beliehenen. Es sind aufgrund von zeitgenössischen Trägerfotos jedoch auch Fälle bekannt, in denen Soldaten beide Auszeichnungen untereinander an der rechten Brusttasche trugen (z.B. Konteradmiral Dr. jur. Paul Hermann Meixner).

Jörg Nimmergut gibt aufgrund eigener Recherchen folgende Verleihungszahlen für das Deutsche Kreuz in Gold an: Heer und Waffen-SS – 15.653 Verleihungen, Kriegsmarine – 1.420 Verleihungen, Luftwaffe- 7.255 Verleihungen (Insgesamt: 24.328 Verleihungen). Für das Deutsche Kreuz in Silber nennt Herr Nimmergut für das Heer 874, für die Waffen-SS 70, für die Luftwaffe 65 und für die Kriegsmarine 105 Verleihungen (Insgesamt: 1.114 Verleihungen).

Der Entwurf des Deutschen Kreuzes stammt von Professor Klein aus München.

Die Vorderseite des Deutschen Kreuzes in Gold zeigt einen versilberten achtstrahligen Stern mit aufgelegter grauschwarzer Strahlenplatte. Auf diesem Stern ist mittig eine versilberte Medaillonplatte mit zwei rot-emaillierten  Ringen am Rand aufgelegt. Zwischen diesen Ringen liegt am Medaillonrand ein vergoldeter und mehrfach gebundener Lorbeerkranz auf. Unten befindet sich an diesem Lorbeerkranz ein eingebunden-gestaltetes Schildchen mit der gravierten Jahreszahl „1941“. Mittig der Medaillonplatte findet sich ein schwarz emailliertes Hakenkreuz mit silberner Bordierung. Dieses füllt die Einfassung des goldenen Lorbeerkranzes aus. Das Deutsche Kreuz in Silber ist identisch gestaltet, nur dass der goldene Lorbeerkranz durch einen silbernen ersetzt ist.

Mit der Entwicklung der Herstellung wurde die Firma Deschler und Sohn in München beauftragt. Hiernach übernahmen weitere Firmen die Herstellung des Deutschen Kreuzes.

Als Hersteller des Deutschen Kreuzes in Gold sind bekannt:

Deschler & Sohn, München („1“ außen auf der Nadel)

C.E. Juncker, Berlin („2“ innen auf der Nadel)

C.F. Zimmermann, Pforzheim („20“ innen auf der Nadel)

Gebr. Godet & Co., Berlin (umrahmte „21“ außen auf der Nadel)

Otto Klein & Co., Hanau (umrahmte „134“ mittig der Rückplatte)

Weiterhin existieren Stücke der Fa. Paul Meybauer, Berlin, welche auf der Nadelaußenseite mit „7“ gepunzt sind. Der Firma wurde jedoch Ende Mai 1942 die Produktion des Deutschen Kreuzes in Gold durch die Präsidialkanzlei untersagt.

Als Hersteller des Deutschen Kreuzes in Silber sind bekannt:

Deschler & Sohn, München (s. DKiG)

C.F. Zimmermann, Pforzheim (s.DKiG)

Otto Klein, & Co., Hanau (s. DKiG)

C.E. Juncker, Berlin („L/12“ innen auf der Nadel)

Steinhauer & Lück, Lüdenscheid (umrahmte „4“ außen auf der Nadel)

Am 05.06.1942 wurde durch das OKW bekannt gegeben, dass das Tragen des Deutschen Kreuzes in gestickter Form auf einer Stoffunterlage gestattet wird. Die Stoffunterlagen waren für das Heer und die Waffen-SS grau-grün; für die Panzertruppe schwarz; für die Marine dunkelblau; für die Luftwaffe luftwaffen-blau, für die helle Sommeruniform weiß und für das Afrika-Korps khaki. Mit Befehl des 02.04.1943 waren Stoffausführungen vornehmlich an solche Soldaten auszuhändigen, die aufgrund ihrer Verwendung eher mit einem Verlust oder einer Beschädigung zu rechnen hatten. Die Stoffausführung konnte auf dem Dienstweg bei der Präsidialkanzlei beantragt werden. Ab dem 25.10.1944 sollte neben der Metallausführung generell die Stoffausführung ausgehändigt werden. Aufgrund der Materialbeschränkungen konnte dies jedoch nicht mehr gewährleistet werden. Von dem Deutschen Kreuz in Silber gab es keine offiziellen Stoffausführungen.

Ein Verkauf des Deutschen Kreuzes im freien Handel war untersagt. Zweitstücke oder Ersatzstücke mussten bei der Präsidialkanzlei angefordert werden, wobei bei Beschädigung bzw. Verlust durch Feindwirkung die Stücke kostenlos ersetzt wurden und Zweitstücke für 15 RM überlassen wurden.

 

Das Deutsche Kreuz in Gold mit Brillianten:

Da es aufgrund der Dauer und der Härte Kämpfe bei dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erforderlich wurde, weitere Stufen (Eichenlaub bis zum Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten) zu schaffen, behielt man sich diese Möglichkeit auch bei dem Deutschen Kreuz in Gold vor. Aus diesem Grund wurde die Ordenskanzlei der Präsidialkanzlei im Oktober 1942 damit beauftragt, 20 Deutsche Kreuze in Gold mit Brillianten zu beschaffen. Mit der Fertigung wurde der Hofjuwelier Rath in München beauftragt. Die am 12.12.1942 an die Präsidialkanzlei gelieferten Stücke kamen jedoch bis zum Kriegsende weder zur Stiftung noch zur Verleihung und blieben bei dem Leiter der Ordenskanzlei, Unterstaatssekretär Dr. Heinrich Doehle, in Verwahrung. Nach Kriegsende wurden diese durch die Amerikaner in Schloss Kleßheim erbeutet. Drei dieser Auszeichnungen befinden sich noch heute im West Point Museum in New York. Die Firma Rath gravierte auf diesen Stücken ihre Herstellerbezeichnung „RATH MÜNCHEN“ mittig auf der Nadel (Außenseite).

 

(Quellen: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 von Kurt-G. Klietmann, Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945 – Band IV von Jörg Nimmergut, Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs von Dr. Heinrich Doehle)

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