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Das Verwundeten-Abzeichen "20. Juli 1944"

 

Die Hintergründe des auf Adolf Hitler am 20. Juni 1944 in der Wolfsschanze verübten Attentats dürften hinlänglich bekannt sein. Auf dieses soll somit hier zunächst nicht weiter eingegangen werden. Diesbezüglich verweise ich auf die Internet-Präsenz des Deutschen Historischen Museums und die das Attentat betreffende Ausarbeitung.

 Nachdem bereits mehrere Attentatsversuche auf Adolf Hitler fehlgeschlagen waren, zündete Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20.06.1944, gegen 12:50 Uhr anlässlich einer Besprechung in der Wolfsschanze eine Bombe. Bei der Detonation waren folgende Personen zugegen:

        - Heinz Assmann, Kapitän zur See

        - Nikolaus von Below, Oberst

        - Heirich Berger, Stenograph (tödlich verletzt)

        - Karl Bodenschatz, General der Flieger

        - Heinrich Borgmann, Oberstleutnant i.G.

        - Heinz Brandt, Oberst i.G. (tödlich verletzt)

        - Heinz Buchholz, Stenograph

        - Herbert Büchs, Major i.G.

        - Walther Buhle, General der Infanterie

        - Hermann Fegelein, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS

        - Otto Günsche, SS-Hauptsturmführer

        - Adolf Heusinger, Generalleutnant

        - Alfred Jodl, Generaloberst

        - Ernst John von Freyend, Major

        - Wilhelm Keitel, Generalfeldmarschall

        - Günther Korten, General der Flieger (tödlich verletzt)

        - Karl-Jesco von Puttkamer, Konteradmiral

        - Walter Scherff, Generalmajor

        - Rudolf Schmundt, Generalleutnant (tödlich verletzt)

        - Franz von Sonnleithner, Gesandter 1. Klasse

        - Hans-Erich Voß, Konteradmiral

        - Heinz Waizenegger, Oberstleutnant

        - Walter Warlimont, General der Artillerie

Adolf Hitler wurde nur leicht verletzt, obwohl er sich unmittelbarer Nähe des Detonationsherdes befand.

 

Das Attentat und die erlittenen Verwundungen der Anwesenden nahm Adolf Hitler zum Anlass, um am 28.08.1944 das Verwundetenabzeichen „20.Juli 1944“ zu stiften.

Mit der Anfertigung eines Entwurfs beauftragt Adolf Hitler den stellvertretenden Chef des Heerespersonalamtes, General Burgdorf. Die Abwicklung wurde dem Adjutanten des Chefs des Heerespersonalamtes, Oberstleutnant Weiss, übertragen. Allein die Firma C.E. Juncker, Berlin stellte die Verwundetenabzeichen „20. Juli 1944“ her.

 

Das Verwundetenabzeichen „20.Juli 1944“ war der äußeren Form nach an die Form des Verwundetenabzeichens des Zweiten Weltkrieges angelehnt. Es war hochoval, aus Silber und massiv geprägt. Im Zentrum war auf fein gekörntem silbernem Untergrund ein Stahlhelm M 35 mit einem auf der Spitze stehendem Hakenkreuz abgebildet. Der Stahlhelm lag auf zwei gekreuzten Schwertern mit römischen Parierstangen auf. Der Stahlhelm und die gekreuzten Schwerter waren im Vergleich zum „normalen“ Verwundetenabzeichen höher gestellt. Unter dem Stahlhelm mit den gekreuzten Schwertern befand sich das Datum 20. JULI / 1944. Unter dem Datum wiederum die faksimilierte Unterschrift von Adolf Hitler. Umlaufend befand sich am Rand des Abzeichens ein Lorbeerkranz, welcher oben durch 3 Früchte getrennt und unten durch eine Schleife gebunden ist. Die Schwertgriffe liegen auf dem Lorbeerkranz auf und die Schwertklingen berühren diesen oben. Rückseitig ist mittig die Silberpunze „800“ und darunter die Herstellerpunze „2“ oder die Herstellerpunze „L/12“ und darunter die Silberpunze „800“ eingeschlagen.

(links eine Reproduktion des Verwundetenabzeichens "20.Juli 1944)

 

Bei der Goldausführung sind der Lorbeerkranz, der Stahlhelm samt Hakenkreuz sowie die Schwerter vergoldet; das gekörnte Zentrum ist in Silber und poliert. Die Rückseite ist ebenfalls vergoldet.

Bei der Silberausführung ist das gekörnte Zentrum in Silber; der Kranz, der Stahlhelm samt Hakenkreuz und die Schwerter sind dunkel patiniert. Die Rückseite ist ebenfalls dunkel patiniert.

Bei der Schwarzausführung ist das gekörnte Zentrum ebenfalls Silber; der Kranz, der Stahlhelm samt Hakenkreuz und die Schwerter sind dunkel gebläut. Die Rückseite ist auch dunkel gebläut.

Es sind zeitgenössische Vorlagestücke mit ungekörntem Zentrum und glattem überstehendem Rand sowie Exemplare ohne faksimilierter Unterschrift bekannt. Es handelt sich um nicht verwirklichte Muster des Verwundetenabzeichens „20. Juli 1944“.

 

Bei der Verleihung des Verwundetenabzeichens „20. Juli 1944“ wurden frühere Verwundungen angerechnet. Jedoch sind auch zwei weitere Handhabungen erkennbar, nämlich die Vergabe nach Schwere der Verwundung und die Vergabe des Abzeichens in Schwarz bei geringfügiger oder gar keiner Verwundung.

Adolf Hitler selbst nahm das Verwundetenabzeichen in Schwarz an; trug es jedoch nie.

 

Über die Verleihung des Verwundetenabzeichens „20. Juli 1944“ wurde eine Urkunde ausgestellt, welche vermutlich in der Reichsdruckerei hergestellt wurde. Der Text war schwarz, der Vor- und Zuname in rotbraun gedruckt. Im Urkundenkopf befand sich ein großer in gold geprägter Adler mit Hoheitszeichen. Die Urkunden waren einheitliche auf den 20.Juli 1944 datiert. Neben dem Reichssiegel unterschrieb Hitler eigenhändig mit Tinte.

 

Das Verwundetenabzeichen „20.Juli 1944“ in Gold wurde vermutlich fünfmal verliehen. Jeder der vier tödlich Verletzten wurde posthum damit beliehen, wobei unklar ist, ob es auch an Brandt verliehen wurde. Zudem erhielt es General Bodenschatz unter Anrechnung früherer Verwundungen.

Es sind zwei gesicherte Verleihungen der Silberstufe bekannt; nämlich an Oberstleutnant Borgmann und SS-Gruppenführer Fegelein.

Das Verwundetenabzeichen in Schwarz wurde vermutlich 17-mal verliehen.

Ob auch Generalleutnant Heusinger das Verwundetenabzeichen „20. Juli 1944“ erhielt ist unklar, da er im Zusammenhang mit dem Attentat vom 22.07. bis Ende Oktober 1944 in Untersuchungshaft war.

 

In anbetracht dessen, das bei den postumen Verleihungen nur jeweils ein Verwundetenabzeichen ausgehändigt wurde, ist von einem maximalen Bedarf von 44 Verwundetenabzeichen „20. Juli 1944“ auszugehen, wenn jeder sonstige Beliehene zwei Exemplare erhielt. Da der Personenkreis feststand musste nicht von Nachforderungen ausgegangen werden, so dass nicht wesentlich mehr Exemplare hergestellt worden sein dürften. Klietmann gibt eine Fertigung von 100 Exemplaren an.

 

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